Brustkrebs
Allgemeines
Der Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung der Frau. Jede 8. Frau erkrankt in Mitteleuropa und den USA im Laufe Ihres Lebens an Brustkrebs. Das Risiko für eine Brustkrebserkrankung liegt somit bei 12%. In Österreich gibt es jährlich ca. 5400 Neuerkrankungen. Trotz weiterhin steigender Zahlen von Neuerkrankungen nimmt seit etwa zehn Jahren die Sterblichkeit an Brustkrebs ab. Dies erklärt sich durch die Einführung von Vorsorgeuntersuchungen mit Erkennen kleinerer Tumore aber auch durch bessere Behandlungsmöglichkeiten.
Risikofaktoren
Keine Frau ist davor gefeit an Brustkrebs zu erkranken. Es gibt aber eine Vielzahl von Risikofaktoren, die das Risiko für eine Erkrankung erhöhen. Die einzelnen Faktoren sind im Anschluss angeführt:
- Alter über 50 Jahre
- Alter beim Eintritt der Menopause >55 Jahre
- Alter bei der ersten Regelblutung <12 Jahre
- Alter bei der ersten Geburt >35 Jahre
- Hormonersatztherapie mehr als 5 Jahre
- Adipositas, BMI >35
- Regelmäßiger Alkoholkonsum
- Zustand nach Biopsien mit Nachweis von Risikoveränderungen
- Familiäre Belastung (Verwandschaft 1. Grades)
- Westliche Lebensweise
Warnsignale für eine Brustkrebserkrankung
Vor allem bei sehr jungen Frauen, die noch keine regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen, werden bösartige Veränderungen zumeist durch selbst ertastete Knoten in der Brust entdeckt. Deshalb ist es wichtig einmal im Monat nach erfolgter Menstruation die Brüste zu betrachten und abzutasten. Dies sollte am besten unter der Dusche erfolgen. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:
- Knoten in der Brust oder der Achselhöhle
- Hautveränderungen an der Brust wie Rötung, Einziehung, Verdickung, Vergröberung des Hautreliefs
- Sekretion aus der Brustwarze, Rötung oder Einziehung der Brustwarze
Diagnosemöglichkeiten
Für das Erkennen von Veränderungen an der Brust stehen heute verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Routinemäßig sollte neben der klinischen Untersuchung (Betrachtung und Abtastung der Brust) eine Mammographie zur Anwendung kommen. Ergänzend wird zumeist ein Brustultraschall durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen und bei bestimmten Fragestellungen kann eine Magnetresonanzuntersuchung der Brust sinnvoll sein. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Mammographie und Ultraschall sind derzeit ab dem 40. Lebensjahr zu empfehlen. Zuvor nur bei klinischen Besonderheiten beziehungsweise bei Familien mit Brust- und Eierstockkrebserkrankungen bei sehr jungen Frauen. Das Untersuchungsintervall soll 1-2 Jahre betragen.
Mammographie
Darunter verstehen wir eine Röngtenaufnahme der Brüste unter entsprechender Kompression. Die Aufnahmen werden in 2, selten in 3 Ebenen geschossen. Am Brustgesundheitszentrum Villach (Privatklinik Villach, LKH Villach) werden digitale Mammographiegeräte verwendet, die eine bessere Bildauflösung bei reduzierter Strahlenbelastung ermöglichen. Die Erhöhung des Brustkrebsrisikos durch die im Rahmen der Mammographie anfallende Strahlenbelastung wird deutlich überbewertet.
Die Befundung der Mammographie sollte heutzutage nach den BIRADS-Kriterien erfolgen (Breast Imaging Reporting and Data System)
| 0 |
weitere Untersuchungen sind notwendig |
| 1 |
normaler Befund |
| 2 |
gutartiger Befund |
| 3 |
wahrscheinlich gutartig, 3% Risiko für Bösartigkeit |
| 4 |
unklarer Befund, histologische Abklärung wird empfohlen, 3-90%-ige Wahrscheinlichkeit für einen bösartigen Befund |
| 5 |
sehr wahrscheinlich bösartig (>90%) |
Brustultraschall
Diese Methode sollte ergänzend zur Mammographie durchgeführt werden. Verwendet werden hochauflösend Schallköpfe um 12-15 MHZ. Vorallem für drüsenreiche Brüste ist die Sonographie eine geeignete Technik um Herdbefunde zu erkennen.
Magnetresonanztomographie
Die MR Untersuchung der Brust ist ein ergänzendes Verfahren und sollte für bestimmte Fragestellungen reserviert sein. Diese Technik zeichnet sich durch eine sehr hohe Trefferquote im Erkennen bösartiger Veränderungen aus. Allerdings liegt die falsch positive Erkennungsrate sehr hoch, sodass zu viele unnötige chirurgische Eingriffe beim Routineeinsatz dieses Verfahrens die Folge wären. Indikationen zum Einsatz dieser Technik sind
- Patientinnen aus Familien mit familiärem Brust und Eierstockkrebs
- Patientinnen bei Zustand nach Brustvergrößerung mit Implantaten
- In speziellen Fällen präoperativ bei nachgewiesenen Karzinomen
- Zur Unterscheidung Narbe versus lokales Rezidiv bei Zustand nach Brustkrebs
- Bei geplanter neoadjuvanter (vor einer Operation) Chemotherapie